10 Januar 2011, De Standaard
10 Januar 2011, De Standaard
Geschrieben von: Peter Vantyghem Sonntag, den 09. Januar 2011 um 18:00 Uhr
LEOPOLDSBURG – In Circle schafft Scala oft ein hohes professionelles Niveau. Mit dieser neuen Produktion zieht der Frauenchor im April Richtung US.
Nach zehn Jahren leidenschaftlichen Suchens, schlecht und recht, mit schönen Erlebnissen und hoffnungslosem Gestümper scheint die Sternstunde für Scala angebrochen. Mit dieser neuen Produktion Circle ist eine Gastspielreise geplant durch die US im April. Dass dies professionell angepackt wird, merkt man sicher. Der Chor ist geschmackvoll angezogen, die Choreographie ist gut inszeniert, Beleuchtung und Ton überschreiten den flämischen Durchschnitt, die Visuals und Filme sind besonders gut hergestellt worden, und über das anvisierte Publikum ist nachgedacht worden.
Scala hat sich von einem charmanten ‚Mädchenchor on the rocks’ zu einer etwa dunklen, erwachsenen Multimediaproduktion weiterentwickelt. Mit den abendlichen Schwarz-Weiß-Bildern, den schwarzen Kleidern und der kaltblauen Beleuchtung und Stevens Vorliebe für Prog Rock näherte sich das Gesamtbild der heutzutage sehr geschätzten romantischen Gothic Sphäre an. Das ist ein glücklicher Schachzug. Scala hat ja auch erfahren, dass junge Mädchen, die Rocksongs bringen, nur kurz überraschen können. Dieses Konzept ist viel stärker. Jetzt begegnet man Frauen, die eine andere Welt wecken. Die Stimmen der Altistinnen und Sopranistinnen verfilzen sich, um den elektronischen Summtönen und der Perkussion zu widerstehen.
Das Programm umfasste zur Hälfte Kompositionen von Steven Kolacny. Darunter gibt es wirklich gutes Material wie ‚Seashell’ und ‚It will never come back’. Wir zählten auch noch sechs Rockcovers, drei flämische Songs (die es in den US selbstverständlich nicht zum Gehör gebracht werden), und vor allem Stephen Hatfields ‚Queen Jane’ und Michael Bojesens ‚Evigheden’, zwei Spitzenmomente zwischen Folk und heutiger Musik.
Um dem Lokalpublikum zu gefallen, wurden uns nach einer Stunde einige flämische Filmchen geschenkt. „Ich liebe dich“ mitzusingen, über die neckischen Bemerkungen der Gebrüder Kolacny zu lachen..., beides waren ein Stilbruch. Dem ausverkauften Haus gefiel natürlich „Zwei Mädchen“ mehr als Mansons ‚The Beautiful People’, und das Publikum wusste auch das Regi-Gedröhne zu schätzen. Demnächst wird die Produktion in den US mutmaßlich ein bisschen fester gespannt, zwischen dem etwa kühlen Auftakt von ‚White Moon’ und dem warmen Glut des Abschlusses ‚Red Moon’. Gespannt, wie das laufen wird.
Organisiert wurden schon 17 Konzerte in großen amerikanischen Clubs und zahlreiche Fernsehaufführungen. 24 Frauen und ein umfangreiches technisches Team nehmen an der Gastspielreise teil. Das ist die Sternstunde für den Aarschoter Chor.
Circle von Scala. Beigewohnt im CC Leopoldsburg am 8. Januar. Auf Tournee bis zum 1. April.






